Morbus Bechterew und Spondylitis Ankylosans und rheumatoide Arthritis sowie Rheuma und Rücken. TNF-Alpha Therapie, NSAR, Cox 2, Diagnose und Radium

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(Spondylitis ankylosans) 
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Update 24.08.2007

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Therapie des Morbus Bechterew mit Radiumchlorid [224Ra]

Strahlentherapie der Spondylitis ankylosans

Die externe Strahlentherapie mit Röntgenstrahlen ist bei der Spondylitis ankylosans in früheren Jahrzehnten durchaus mit befriedigenden Ergebnissen zum Einsatz gekommen. Die Erfolgsquoten lagen zwischen 40% bis 70%. Berichte über ein gegenüber der Normalbevölkerung erhöhtes Leukämie-Risiko für die behandelten Patienten haben ebenso wie die Entwicklung verträglicherer NSAR dazu geführt, dass diese Behandlungsform bei der Spondylitis ankylosans deutlich zurückgegangen ist und die Bestrahlung nur noch in Extremfällen erwogen wird.

Prinzipiell ist die externe Bestrahlung von der Injektions-Therapie mit radioaktivem Radium-224 zu unterscheiden. Radium lagert sich aufgrund der chemischen Ähnlichkeit zu Kalzium selektiv in Zonen vermehrten Kalziumaustauschs ein. Infolge der geringen Reichweite der Alphastrahlung wird fast nur das Zielgewebe bestrahlt. Dies ist ein ganz wesentlicher Vorteil gegenüber der Röntgenbestrahlung, bei der stets das umliegende Gewebe mitbestrahlt wird.

Die heute praktizierte Radium-224-Therapie mit Präparaten hoher Reinheit in niedriger Dosierung von 280 Mikrocurie ist mit einem deutlich geringeren Strahlenrisiko behaftet und stellt eine gute Behandlungsalternative dar.

Dauerhafte Schmerzlinderung bei Morbus Bechterew

Mit Radiumschlorid steht seit Anfang dieses Jahres ein Arzneimittel zur Verfügung, das in der Behandlung der rheumatisch-entzündlichen Erkrankung der Wirbelsäule (Morbus Bechterew), die in völliger Versteifung enden kann, einen neuen therapeutischen Zugang bietet.

Morbus Bechterew ist nach der rheumatoiden Arthritis die zweithäufigste Systemerkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis. Die Erfahrung mit der Anwendung von Radiumchlorid aus zahlreichen wissenschaftlichen Studien zeigt, dass die Therapie besonders im Krankheitsstadium II und III mit Erfolg angezeigt ist. Über 90 Prozent der Betroffenen sprachen im Durchschnitt auf die Therapie an. Bei der Behandlung konnte eine über mehrere Jahre anhaltende Schmerzlinderung und Beschwerdefreiheit erreicht werden.

Die Aktivität der Entzündung wird gehemmt

Radium gehört aufgrund seiner engen Verwandtschaft mit Kalzium zu den knochensuchenden Substanzen, die fast ausschließlich im Skelett sowie in frischen Gewebeverkalkungen eingelagert werden. Es reichert sich deshalb in den Zonen mit erhöhtem Kalziumstoffwechsel an. Genau dort findet bei Morbus Bechterew das krankhafte Geschehen statt. Unter Einwirkung von Radiumchlorid werden die krankhaft gesteigerte Knochenbildung sowie die örtlichen entzündlichen Aktivitäten weitgehend gehemmt. In vielen Fällen kann die Beweglichkeit der Wirbelsäule erhalten und der krankhafte Verknöcherungsprozess aufgehalten werden. Außerdem kann meist die Menge der bisher eingenommenen Medikamente stark reduziert werden.

Die Durchführung der Therapie

Die Therapie wird in enger Zusammenarbeit zwischen dem behandelnden Rheumatologen und einem Facharzt für Nuklearmedizin durchgeführt. Der Rheumatologe wird zunächst, nach einer eingehenden Untersuchung entscheiden, ob eine Therapie mit Radiumchlorid durchgeführt werden soll. Danach wird er die Überweisung zu einem Facharzt für Nuklearmedizin vornehmen.

Der Nuklearmediziner wird dann Radiumchlorid zehnmal im Abstand von je einer Woche in eine Armvene spritzen. Entsprechend ist die Therapie nach zehn Wochen abgeschlossen. Obwohl dieser Vorgang nur wenige Minuten dauert, ist es wichtig, dass die Termine genau eingehalten werden, da das Arzneimittel für jede Injektion eines jeden Patienten individuell zum richtigen Zeitpunkt hergestellt wird. Nur so ist gewährleistet, dass unter Berücksichtigung der Transportzeit und des Zeitpunkts der Injektion jeder Patient die richtige Dosis erhält.

Nach den Vorschriften der Nuklearmedizin kann die Behandlung ambulant vorgenommen werden. Es kann jedoch vorkommen, dass aufgrund örtlich abweichender Regelungen eine stationäre Aufnahme für jeweils 24 bis 48 Stunden notwendig werden kann. Zwischen den Injektionen kann der Patient ansonsten einen ganz normalen Tagesablauf planen. Die Anwendung von Radiumchlorid in den letzen Jahrzehnten hat gezeigt, dass diese Therapie erstaunlich nebenwirkungsarm ist. Die häufigste Nebenwirkung ist eine Verstärkung der Schmerzen in den ersten Tagen nach den ersten Injektionen. In den meisten Fällen setzt nach der fünften bis sechsten Injektion der deutliche Rückgang der Schmerzen ein.

Für welche Patienten kommt die Therapie in Frage?

Geeignet für diese Therapieform sind grundsätzlich alle Patienten mit Morbus Bechterew, deren Entzündungsaktivität zu behandlungsbedürftigen Schmerzen führt. Da eine fortgeschrittene Einsteifung nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, sollte die Behandlung möglichst früh im Krankheitsverlauf erfolgen. Weniger geeignet sind Patienten, die die entzündliche Phase des Kranheitsverlaufs hinter sich haben und die Versteifung der Wirbelsäule bereits knöchern fixiert ist.

Die Kosten für Radiumchlorid betragen 8250 DM – 825 DM pro Injektion. Für die Kostenerstattung muss von dem behandelnden Rheumatologen bei der jeweiligen Krankenkasse ein Antrag gestellt werden. Nach der Bestätigung der Kostenübernahme durch die Krankenkasse kann der Nuklearmediziner mit der Therapie beginnen.

Weitere Informationen, z.B. die Adressen von Nuklearmedizinern, die Radiumchlorid einsetzen finden Sie hier:

Formulare für die Kostenübernahme sowie weitere Informationen erhalten Sie bei der:

Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew e. V.,
Metzgergasse 16,
97421 Schweinfurt,
Telefon  09721/22033
Telefax  09721-22955

Informationen zur Therapie erhalten Sie unter der Radium-Hotline 05341-866986